Aktuelle Lageinformationen

07.09.2017. Info-Video von BIS zum neuen A3 DLC:

06.09.2017. Neues DCS (Navigations-)Modul: https://www.digitalcombatsimulator.com/de/shop/modules/ns430/

05.09.2017. Werferlingen 1983 in ArmA 3: http://imgur.com/a/neXSr

Unsere Einsatz- und Führungsgrundsätze

Für den Verband und seine Angehörigen gelten folgende Einsatz- und Führungsgrundsätze – sowohl im Gefecht, als auch im Grundbetrieb. Von diesen Grundsätzen wird nur im Einzelfall abgewichen, wenn dies besonders gerechtfertigt ist. Diese Grundsätze dienen im Übrigen auch Dritten, welche an einem Dienst im Verband interessiert sind, zur Orientierung und bilden das Fundament bei der Kooperation mit befreundeten Einheiten.

Unsere Eins-/FüGrds findet ihr ab sofort unter dem Menüpunkt Der Verband. Alternativ braucht ihr auch einfach nur auf Weiterlesen klicken:

Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze beschreiben vorrangig die Schwerpunkte und Kriterien des Verbandes für die virtuelle Gefechtsführung in Einsatz und Übung. Häufig überschneiden sich einzelne Grundsätze.

1. Militärsimulation (MilSim)

Der Verband simuliert Gefechte moderner militärischer Kräfte in virtuellen Umgebungen. Dies beschreibt allgemein die "linke und rechte Grenze" der Verbandstätigkeiten.

Simulationen dienen der Darstellung von Gefechten. Hierzu werden verschiedene Simulationen verwendet, da die auf dem Markt erhältliche Software jeweils Vor- und Nachteile für die beabsichtigte Darstellungstiefe hat. Grundsätzlich werden die in Nutzung befindlichen Simulationen im Verband in die folgenden Schwerpunkte eingeteilt:

  • MilSim (allgemeine Militärsimulation): Simulationen, bei der einzelne Soldaten gesteuert werden und die aufgrund einer guten querschnittlichen Darstellung das Zusammenwirken verschiedener Truppengattungen bzw. Teilstreitkräfte ermöglichen, dabei jedoch nur eine geringe Darstellungstiefe haben, bspw. ArmA 3,
  • FlightSim (Flugsimulation): Simulationen, welche die schwerpunktmäßige Darstellung des Einsatzes von Luftfahrzeugen mit einer detaillierten Darstellungstiefe ermöglichen, bspw. DCS,
  • TaktikSim (Taktiksimulation): Simulationen, bei der nicht einzelne Soldaten gesteuert werden, sondern regelmäßig ganze Einheiten und Verbände taktisch nach Raum und Zeit geführt werden, bspw. Wargame Red Dragon.

Weitere Schwerpunkte (bspw. Panzersimulationen wie Steel Beasts) können jederzeit bedarfsweise gebildet werden.

Es können generell auch Simulationen zum Einsatz kommen, welche grundsätzlich nur eine geringe Darstellungstiefe haben (bspw. ArmA 3), jedoch durch technische Anpassungen modifiziert bzw. erweitert werden können (bspw. ArmA 3 mit ACE3) oder durch Absprachen und spielerische Anpassungen eine authentischere Darstellung ermöglichen (bspw. Wargame AirLand Battle).

Spiele, welche weder dem Grunde nach, noch modifiziert zur Simulation von Militär und Taktik geeignet sind, spielen für den Verband keine Rolle. Jene Spiele nutzen Angehörige außerhalb ihres Dienstes. Der Verband fördert jene Aktivitäten nicht, beschränkt diese jedoch auch nicht.

Jegliche Simulation erfolgt ausschließlich virtuell. Eine reale Simulation (bspw. Airsoft) erfolgt im Rahmen des Verbandes nicht.

Simuliert wird nahezu ausnahmslos die eigentliche Gefechtsführung, also der Kampf verschiedener gegnerischer Kräfte. Andere, auch speziell militärische Bereiche, die mit der eigentlichen Gefechtsführung nur wenig zu tun haben (bspw. militärische Fitness, Formaldienst oder die Bewirtschaftung von Truppenübungsplätzen), werden nur in begründeten Ausnahmsfällen simuliert.

Die Simulation virtueller Gefechtsführung beschränkt sich in der Regel auf militärische Kräfte. Darunter fallen in erster Linie die von Staaten aufgestellten Kräfte, die ihrer äußeren Verteidigung dienen. Polizeiliche Einheiten, paramilitärische Kräfte und sonstige werden nur in begründeten Fällen simuliert. So kann aber beispiels- und ausnahmsweise auch die Simulation von Zivilisten im Rahmen zivil-militärischer Zusammenarbeit (CIMIC) erfolgen, oder wenn eine solche Lage im Rahmen eines Gefechtes zur Vermeidung von sog. Kollateralschäden es erfordert.

In zeitlicher Hinsicht werden im Schwerpunkt moderne militärische Kräfte und Gefechte simuliert, jedoch gibt es weder für die Vergangenheit, noch für künftige militärische Kräfte konkrete zeitliche Begrenzungen. Generell gilt nur: Je moderner ein darzustellendes Gefecht, umso eher nimmt der Verband daran teil. Darunter fällt jede Form der heutzutage typischen beweglichen, nicht atomaren Kriegsführung. Grenze für futuristische Gefechtsführung ist der Grad des Realismus bzw. der Glaubwürdigkeit. Die Darstellung antiker Kriegsführung ist folglich im Rahmen des Verbandes ebenso unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen), wie die Darstellung von futuristischen Gefechten bei Anwendung von Einsatzgrundsätzen wie im 1. Weltkrieg. Die Darstellung futuristischer Gefechtsführung mithilfe absehbarer bzw. bereits in Erprobung befindlicher Taktiken und Techniken ist hingegen umso wahrscheinlicher (bspw. mithilfe sog. Kampfdrohnen). Vorbild ist immer die Realität.

2. Realismus und insb. Gegnerverhalten

Realismus ist eine weitere grundsätzliche Maßgabe für die Tätigkeiten des Verbandes. Leitbild ist immer die Realität. Je realer ein dargestelltes Gefecht, umso eher nimmt der Verband daran teil.

Differenziert werden verschiedene Kategorien von Kriterien, u. a. technische, taktische, spielerische, historische etc. Wie bereits erwähnt, ist ein zukünftiges Gefecht mithilfe futuristischer Waffentechnologie bei Anwendung veralteter, also nicht mehr aktueller Taktiken ebenso unrealistisch, wie ein modernes Gefecht mithilfe von Waffentechnik, die es nicht oder nicht so gibt (bspw. der Einsatz von vermeintlichen US amerikanischen Merkava Kampfpanzern).

Aufgrund der Einschränkungen der jeweils auf dem Markt erhältlichen Software, ist entscheidend stets das Gesamtbild in Anbetracht der Möglichkeiten. Ein besonders hervorzuhebendes Kriterium für die Bestimmung des Realismusgrades ist es aber, ob das Gefecht gegen menschliche Gegner geführt wird. Die zweckmäßige taktische Anpassung der eigenen geplanten Gefechtsführung an eine Lageänderung bzw. generell das Verhalten im Gefecht wird authentisch nur von Menschen dargestellt werden können. Wann immer möglich sollen gegnerische Kräfte von Menschen gesteuert bzw. geführt werden (sog. TvT).

3. Gefecht der verbundenen Waffen

Im Rahmen der beabsichtigten modernen Gefechtsführung, wie oben beschrieben und insb. in den Heeresdienstvorschriften der Reihe 100 ff. vorgeschrieben, hat das Gefecht der verbundenen Waffen (bzw. heute als "Operation verbundener Kräfte" bezeichnet) als die zentrale moderne Taktik eine hervorgehobene Bedeutung für Einsatz und Ausbildung aller Truppengattungen und Teilstreitkräfte (Combined Arms und Joint Operations), unabhängig davon, welche Simulation verwendet wird.

Das Zusammenwirken verschiedener spezialisierter Truppenteile ist in der modernen Gefechtsführung heute der Regelfall. Zugleich erfordert dies zweierlei: Einerseits muss jede Waffengattung ihre jeweiligen Einsatzgrundsätze als ihr eigenes Handwerkszeug sicher beherrschen. Hinzu kommt, dass die militärischen Führer sowie die unterstellten bzw. auf Zusammenarbeit angewiesenen Kräfte die grundlegenden Einsatzgrundsätze der anderen Waffengattungen sowie die Abläufe und Verfahren der Zusammenarbeit kennen müssen. Meistens erreichen die eingesetzten Kräfte ihren vollen Einsatzwert gerade erst durch dieses gemeinsame Zusammenwirken.

In dieser professionellen Zusammenarbeit liegt ein besonderer Reiz für die Angehörigen des Verbandes.

4. Spezialisierung

Grundsätzlich stellt der Verband vorzugsweise Kräfte der deutschen Bundeswehr dar, in erster Linie aus Gründen authentischer Sprache sowie häufig auch aufgrund vorhandener spezifischer Vorkenntnisse der Verbandsangehörigen. Davon abgesehen werden jedoch auch eng mit dem deutschen Militär zusammenarbeitende Truppenteile ausländischer Militärs, also insb. andere NATO Kräfte, dargestellt. Das Konzept der Kampfgruppe als gemischter Einsatzverband erlaubt es, auch Kräfte anderer Nationen ähnlich einer EU Battle Group, Very Hig Readiness Joint Task Force (VJTF) oder NATO Enhanced Forward Presence (eFP) zu unterstellen und einzusetzen, soweit mit diesen ein gehobener Einsatzwert erreicht werden kann.

Aus dem Gefecht der verbundenen Waffen ergibt sich das Erfordernis, dass jede Waffengattung ihre eigenen Einsatzgrundsätze sicher beherrscht, also insb. kennt und anwenden kann. Nur so können herausfordernde Lagen, auch Kämpfe gegen überlegenen Feind, zu eigenen Gunsten entschieden werden.

Im Rahmen einer Entscheidungsfindung wurde festgestellt, dass in den deutschen Streitkräften zahlreiche infanteristische und gepanzerte Truppenteile aufgestellt worden sind und davon viele einen hohen Einsatzwert haben. Es mangelt jedoch an aus der heutigen modernen Gefechtsführung nicht mehr wegzudenkenden Kräften der Kampf- und Einsatzunterstützung, und hierbei insbesondere an spezialisierten Heeresfliegerkräften. Der Verband hat daher den Auftrag erhalten, verfügbare Waffensysteme sowie Taktiken zu erproben und interessierte Kameraden mittelfristig aus- und fortzubilden, um so befreundete Einheiten - unabhängig von der Simulation - wirksam unterstützen zu können.

Schließlich ist der Verband als ein konzipierter Gefechtsverband jederzeit flexibel genug, um sich neuen Lagen anzupassen und weitere Truppenteile anderer Waffengattungen - auch nur zeitweise - zu unterstellen. Dies gilt sowohl für befreundete Einheiten als auch für die gänzliche Neuaufstellung von Truppenteilen. Maßgabe für mögliche Neuaufstellungen sowie Unterstellungen und Abgaben sind generell diese Einsatz- und Führungsgrundsätze.

5. Professionalisierung

Das erwartete Maß an Professionalität ergibt sich insb. aus den vorstehend genannten Einsatzgrundsätzen und aus dem fehlenden Bedarf an weiteren nicht fachkundigen Truppenteilen für die deutschen Streitkräfte. Absicht ist es, die eigenen unterstellten Kräfte nachhaltig zu professionalisieren. Dazu ist ein ernsthafter und zielorientierter Umgang mit den zur Verfügung stehenden Simulationen erforderlich und daher angestrebt.

Es ist das Ziel, durch das Beherrschen der eigenen Einsatzgrundsätze und dem wirkungsvollen Zusammenwirken mit anderen Kräften schwierige Lagen, auch gegen überlegenen Feind, meistern zu können.

Die Professionalisierung erfordert langfristig eine fundierte Ausbildung der Kameraden und ein ständiges In-Übung-halten. Kameraden, welche den damit verbundenen Zeitaufwand nicht gewährleisten können, können u.a. in der RSU-Kompanie ihren Dienst verrichten.

6. Nachhaltigkeit

Ein weiterer Grundsatz gerade auch für die ins Auge gefasste Professionalisierung der eigenen Kräfte ist es, Projekte und Vorhaben nachhaltig zu gestalten, sodass einmal erarbeitete Ergebnisse nicht verloren gehen. Dies gilt sowohl für die Neuaufstellung oder Unterstellung neuer Kräfte, als auch für Ausbildungsvorhaben und auch für Kooperationen mit befreundeten Einheiten.

7. Kooperationen

Aufgrund der dargelegten Grundsätze der Professionalisierung und Spezialisierung für die wirkungsvolle Gefechtsführungist die Zusammenarbeit mit befreundeten Einheiten sowie die Verbindungsaufnahme zu noch nicht befreundeten Einheiten, welche ebenfalls diese Einsatz- und Führungsgrundsätze pflegen, beabsichtigt.

Eine Zusammenarbeit kann von der gegenseitigen Entsendung von Truppenteilen für Einsatz und Ausbildung bis hin zur gegenseitigen zeitweisen Unterstellung von Kräften reichen. Mögliche Kooperationen sind in vielerlei Hinsicht denkbar.

 

Führungsgrundsätze

Die Führungsgrundsätze beschreiben in erster Linie die Erwartungen der Angehörigen des Verbandes an die jeweilige Führung.

8. Führung aus einer Hand

Oberster Führungsgrundsatz ist entsprechend den Bestimmungen der HDv 100er Reihe über die Truppenführung die Führung aus einer Hand. Es widerspräche der Realität wie der Zweckmäßigkeit, würde eine demokratische Führung innerhalb des Verbandes zur Anwendung kommen. Jedoch wird ein kooperativer Führungsstil gelehrt und angewandt.

Mit anderen Worten: In der eigentlichen Entschlussfassung wird der Verband nicht demokratisch geführt, wohl aber in der Phase der vorbereitenden Entscheidungsfindung im Rahmen von schriftlichen Anhörungen und mündlichen Beratungen. Die Sachkompetenz der sich beteiligenden Angehörigen und Berater bildet zumeist die maßgebliche Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung des Verbandes.

9. Führen mit Auftrag

Das Führen mit Auftrag beziehungsweise die Auftragstaktik ist nach der Führung aus einer Hand ein weiteres zentrales Führungsprinzip der deutschen Streitkräfte und damit auch im Verband. Kernaussage der Auftragstaktik ist es ein Ziel und ggf. eine linke und rechte Grenze vorzugeben, die genaue Durchführung es jedoch den unterstellten Führern zu überlassen. Zumeist werden die Kräfte vor Ort eine Gefechtslage ebenso besser beurteilen können, wie die Mitglieder einer Stabsabteilung aufgrund ihrer gewonnenen Sachkompetenz wesentliche Detailfragen besser beantworten können. Auftragstaktik ist damit nicht nur ein zweckmäßiger Grundsatz für die taktische Führung im Gefecht, sondern auch ein wesentliches Element gesunder und motivierender Menschenführung.

10. Führen mit Vorbild

Hinzu kommt der Grundsatz des Führens mit Vorbild. Vorgesetzte haben ihre Untergebenen nicht nur im Einsatz zu führen, sondern stets auch zu erziehen, insb. auch zu eigenverantwortlichem Handeln. Wie ein Vorgesetzter mit Vorbild führen kann, bleibt zumeist ihm überlassen (vgl. Führen mit Auftrag). Häufig sind aber unter anderem das Führen von vorne, eine gesunde Menschenführung sowie gelebte Kameradschaft wesentliche Elemente und wirken dadurch insbesondere auf kleine Kampfgemeinschaft und erhöhen damit ihren Einsatzwert. Ein Vorgesetzter soll von seinen unterstellten Kräften nichts verlangen, was er nicht selbst zu leisten im Stande ist.

11. Verantwortung ist unteilbar

Führung erfordert es, bestimmte Aufgaben zu deligieren. Verantwortung jedoch ist unteilbar. Der Vorgesetzte hat nicht nur die ordnungsgemäße Durchführung von Befehlen zu kontrollieren, sondern auch stets die Einhaltung von Recht und Moral zu überwachen und zu kontrollieren. Dies ist wesentlicher Bestandteil des Führungsprozesses. Ein Versagen unterstellter Kräfte ist stets auch ein Versagen der übergeordneten Führung.

12. Vereinbarkeit mit Beruf und Familie

Der Dienst im Verband ist mit Beruf und Familie stets vereinbar. In welchem vor allem zeitlichen Rahmen die Angehörigen ihren Dienst verrichten, entscheiden diese selbst. Wenn und soweit sich in deren Leben private Veränderungen ergeben, wird gemeinsam geprüft, welche Auswirkungen dies auf die Tätigkeiten im Verband haben wird, um sodann passende Maßnahmen zu ergreifen. Diese können bspw. in der Benennung eines Stellvertreters oder bis hin zur Versetzung in die RSU-Kompanie bestehen. Je früher eine entsprechende Veränderung gemeldet wird, umso reibungsloser kann man darauf reagieren und handeln.

Eine Mindestverpflichtungsdienstzeit gibt es nicht.

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